Trends & Herausforderungen im Outplacement

Welche speziellen Trends und Herausforderungen zeichnen sich im Outplacement ab? 

Was ist Outplacement überhaupt und wodurch unterscheidet es sich von Bewerbungstraining, Karriereberatung oder Lebenslauferstellung?

Schwerpunkte der Outplacement-Beratung sind: die Unterstützung der Unternehmen bei Restrukturierungen, die Beratung bei der Gestaltung von Trennungen und die ganzheitliche Unterstützung der ausscheidenden MitarbeiterInnen. Outplacement (wörtlich: „woanders hineinplatzieren“) ist dabei mehr als ein Bewerbungstraining; es ist eine umfassende Methode zur Lösung von Problemen beim Ausscheiden von MitarbeiterInnen – sowohl für das Unternehmen als auch für Betroffene.

Die Outplacement-Methode ist keine Stellenvermittlung, sondern eine professionelle Vorbereitung auf die Stellensuche und verbessert die Chancen im Kampf um vorhandene Jobs.

Zusätzlich werden besonders effektive und innovative Suchtechniken vermittelt, um Jobs auf dem verdeckten Arbeitsmarkt aufzuspüren. Über diese aktiven Suchtechniken, wie z.B. der Aufbau eines persönlichen Kontaktnetzes, sowie Recherche und Direktansprache geeigneter Firmen, finden Betroffene wieder einen neuen, adäquaten Arbeitsplatz.

Wohin entwickelt sich Outplacement?

Die Komplexität und das Tempo der Veränderungen und der fortschreitenden Digitalisierung verunsichern viele Menschen. Daher gewinnt die verstärkte Begleitung im Umgang mit diesen Ängsten an Bedeutung. Entscheidend dabei ist die Auseinandersetzung mit persönlichen Kompetenzen und der beruflichen Motivation: „Was will ich?“ und „Wo passe ich am besten dazu?“.

Außerdem werden die Fragestellungen der KandidatInnen immer vielfältiger. Aktuelle Themen, wie steuerliche und rechtliche Fragen, Gründungsthemen oder Trennungsmanagement erfordern eine wesentlich breitere Kompetenz als „nur“ Lebenslaufgestaltung und Beratung. Diese Unterstützung während beruflicher Neuorientierung wird immer häufiger auch von ArbeitnehmerInnenseite eingefordert.

8 Outplacement-Trends

  1. Der Wunsch nach Teilzeit nimmt sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu.
  2. Es wird immer mehr Branchen-Know-how angefragt.
  3. Die Internationalität nimmt zu.
  4. Double Career: Sowohl Mann als auch Frau sind an erfüllenden Aufgaben interessiert, und das auch bei Auslandsentsendungen. Spezialprogramme für (Ehe-)Partner von Expats (= Expat Partner Placement) werden wichtiger.
  5. Kürzere Verträge und neue Kommunikationsformen.
  6. Das digitale Recruiting, und damit Matchingtools, nehmen zu.
  7. Social Media, wie LinkedIn und Xing, wird von immer mehr Headhuntern, aber auch von ArbeitgeberInnen, als Suchwerkzeug eingesetzt. KandidatInnen werden trainiert, Ihre Chance „gefunden zu werden“ zu erhöhen.
  8. Die Art der Trennungsgespräche hinterlässt zusehends mehr emotionale „Wunden“. Es wird daher wichtiger, Unternehmen frühzeitig im Trennungsprozess zu unterstützen.

„Outplacement ist oft vernachlässigt, aber eine enorme Chance auch im Employer Branding! Es ist ein professioneller Aus- und Übertrittsprozess, wo sich unsere Werte und Versprechen in Ausnahmesituationen bewähren müssen.“

Bernhard Reisner, VP Human Capital, MIBA AG

Autor: Mag. Walter Reisenzein OTM Geschäftsführer

Beitrag erschienen am 09. Oktober 2019 im HR-Café Blog