Nachlese: Charity Radtour LONDON-WELS

Am frühen Morgen des 4. Juli´s 2019 starteten unsere Beraterin Margit Hinterreiter und unser Berater Mag. Peter Haempel mit Paul Levitt aus Leonding zu Ihrer Charity Radtour nach London wo sich Ihnen James und Matthews Blackstock anschließen.  Margit Hinterreiter bietet uns mit Ihrem Radtour Tagebuch inklusive Fotogallerie & Beitrag von LT1 (siehe unten) einen Einblick in die interessante und vor allem herausfordernde Reise durch Europa:

DAS TEAM v.l.n.r.: Matthew & James Blackstock, Paul Levit, Margit Hinterreiter& Peter Hampel

 

Do 4.7.: Leonding – London    

Peter, Paul und ich mit 2 Fahrrädern im VIVARO

Frühmorgens um 3 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Thalheim, wo ich Peter abholte und dann weiter nach Gallspach um Paul einsteigen zu lassen. Gepäck und Räder waren schnell verstaut und es ging ab auf die Autobahn Richtung LONDON. Spätestens bei Peter in Thalheim hatte ich mich an mein „neues“ Auto – Opel Vivaro zur Verfügung gestellt von Opel Günther Linz – gewöhnt, mit dem ich nun 10 Tage quer durch Europareise. Die Hinreise nach London ging sehr flott ohne größere Staus und im 3- Stundentakt wechselten wir uns mit dem Fahren ab.

In London-Richmond  wurden wir sehr herzlich von James, Becky und Matthew begrüßt. Nach einem typischen englischen Abendessen – Fish & Chips – gingen wir zeitig schlafen, damit wir alle am Freitag topfit für die große Tour sind.

Freitag, 5.7.: London – Calais  

09h00 Beginn der 1400 km mit dem Rad

Beim Madison Krankenhaus in London Downtown wurden wir gebührend verabschiedet und los gings Richtung Österreich. Für mich war es ein Adrenalin-Kick als ich das Steuer in the Center of London  übernahm. Großer Van, links Verkehr, Großstadt … aber auch das schaffte ich!!!! Bei herrlichem Wetter und malerischer Landschaft – gewöhnt an das Linksfahren – genoss ich bereits sehr meine bevorstehende Aufgabe für die nächsten 10 Tage. Die erste Tagesetappe war bis Folkstone (Eurotunnel) wo unser reservierter Zug um 18h30 durch den Tunnel ging. Aber James und Matthew haben den Reisepass vergessen – was tun???

Becky (James beloved wife) setzte sich prompt ins Auto und staute von London raus Richtung Folkstone – reservierter Zug war natürlich schon weg, also blieb nichts anderes übrig als ein weitaus überteuertes neues Ticket für den Zug um 22h zu kaufen. Es tat unserer Laune keinen Abbruch und wir erreichten mit etwas Verspätung unser Nachtquartier in Calais.

Samstag, 6.7.: Calais – Herzele (B)       

200 km geschafft – 1200 km vor uns  Tour de Europe

Die Franzosen sind nett und wir alle hochmotiviert. Gut gelaunt und gestärkt ging es weiter Richtung Belgien, wo uns abends  ein sehr hübsches Bed & Breakfast erwartete. Der Tag verlief ohne größere Anstrengungen, da es hauptsächlich gerade und mit gutem Wind vorwärts ging. Die Radfahrer haben die langen ebenen Strecken teilweise durch „Ortstafel Sprints“ aufgelockert, sehr oft hatte dabei der Jüngste, Matthew sein Vorderrad in Front.

Sonntag, 7.7.: Herzele – Maastrich      

1. Unfall – Tour de France Beginn in Brüssel und viel Verkehr

Die Radler machten die Erfahrung, dass die belgischen Autofahrer nicht besonders „radfreundlich“ reagieren und es hätte fast ein Unglück passieren können… ein PKW mit Wohnwagen streifte Peter und Paul… aber Gott seid Dank nichts passiert. In Mechelen stürtzte Paul allerdings „ohne Fremdeinwirkung“, er zog sich dabei Abschürfungen zu und auch seinem bereits lädierten Knie tat dieser Sturz nicht gut. Abends kamen wir dann bereits nach Maastrich, wo  ebenfalls in einem netten Bauernhof, bei ganz netten Holländern die müden Beine ausgestreckt werden durften.

Montag, 8.7. : Maastrich – Andernach

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen durchquerten wir  großteils auf ebenen Rad- und Landstraßen wunderschöne gepflegte Dörfer und bald war Deutschland erreicht, d. h. wir nähern uns der KM-mäßigen Halbzeit.

Dienstag, 9.7.: Andernach – Offenbach                      

Großes Glück im Unglück

Die Sonne scheint unser täglicher Begleiter zu sein – „wenn Englein reisen“. Abseits der gewohnten Autobahnen zu fahren hat etwas Besonderes. Wir passieren wunderschöne Dörfer, kommen mit Land und Leute in Kontakt und der freundliche Empfang bei jedem Zwischenstopp ist uns gewiss. Aber der Tag ist noch nicht zu Ende. Peter hat riesengroßes Glück im Unglück. Er touchiert einen Poller, bricht dabei seinen  Lenker und stürzte dabei auf den Asphalt.

Dank seiner guten Konstitution, Kondition und positiven Einstellung steckt er dieses Malheur mit „links“ weg. Ich bin schnell zu Stelle und die herum Telefoniererei beginnt. Wer hat und wo gibt es einen Ersatzlenker. Wir finden ein Fahrradgeschäft in Mainz, das einen Lenker lagernd hat. Kaputtes Rad ins Auto und Peter und ich fahren nach Mainz. Die anderen radeln mit zum Geschäft nach Mainz und nach gut 1 ½ Stunden geht es weiter Richtung Offenbach. Ich bewundere Peter, dass er trotz seiner Prellungen und Abschürfungen gleich wieder aufs Rad steigt.

In Offenbach angelangt stärken wir uns bei einem „Griechen“ ums Eck.

 

Mittwoch, 10.7.: Offenbach – Würzburg                    

 “ jetzt wird es auch bergiger“

Die halbe Distanz ist längst erreicht – keinerlei Anzeichen von Müdigkeit, Frustration. Heute warten erstmals nennenswerte Höhenmeter auf uns. Für mich mit meinem Vivaro kein Problem – aber mit dem Rad schaut das natürlich anders aus. Peter und Matthew sind die „Kings oft he mountains. „Endlich mal eine kleine radfahrerische Herausforderung“ entnehme ich aus deren Munde. Die Landschaft wird immer schöner, grüner und „bayrischer“. Eine nette Dame in einer Bäckerei versorgt uns mit Proviant für die Weiterfahrt – die Laugenbrezen haben herrlich geschmeckt.

Dieses Mal ist unser Hotel im Zentrum in der Altstadt von Würzburg. Ich steuere das Hotel an und sofort werde ich von der Polizei aufgehalten… „ob ich den weiß warum ich aufgehalten werde“ nein, ich weiß es nicht, das Navi hat mich hergelotst… nun ich fahre in der Fußgängerzone. Meine ganze Story erzählend warum und weshalb ich hier fahre, darf ich weiterfahren und die netten Polizisten gestatten mir sogar zu parken. Also „die Polizei dein Freund und Helfer“ – es stimmt!!!

Bei herrlichem mexikanischen Essen lassen wir den Abend ausklingen.

Donnerstag, 11.7.: Würzburg – Berching                      

Schlechtwettereinbruch

Oje, heute schaut es erstmals ein bisschen trüber aus, es wird fleißig in die Pedale getreten und bald setzt Regen ein und die Temperaturen fallen. Völlig durchnässt wird Berching erreicht. Matthew zittert am ganzen Körper und kann sich kaum mehr erwärmen. Ein rettendes heißes Bad „taut“ ihn wieder auf und die gute deftige bayrische Küche lassen ihm die Lebensgeister zurückkehren.

Freitag, 12.7.: Berching – Deggendorf 

Tag der Pannen

Bei Sonnenschein wird wieder losgeradelt, doch heute scheinen die Räder schon zu viel strapaziert zu sein. James reißt das Gangseil – wieder Suche nach geeigneter Radwerkstätte, technisches Problem schnell gelöst und weiter geht es. Nach ein paar weiteren KM ist Pauls Reifen platt – Wechsel, weiter geht es 5 km und wieder platt. Heute scheint der Tag der Radreparaturen zu sein. Nichts desto trotz wird repariert und weitergestrampelt. Das Ziel ist sooo nahe…. Deggendorf…. Auch geschafft

Samstag, 13.7.: Deggendorf – Wels-Kumplgut             

nur noch 160 km zum Ziel

Regen, Regen, Regen als wir in Deggendorf die Augen öffneten, Frühstück – Lagebesprechung „da müssen wir durchhalten“, siehe da nach einem ausgedehnten leckeren Frühstück lichtete sich der Himmel und trockenen Fußes wurde in die Pedale getreten. Richtung Passau gab es immer zwischendurch heftige Regengüsse, die ich im Auto teilweise nur mit 50 kmh und eingeschränkter Sicht, zu bewältigen hatte. Aber der Wettergott hat die tüchtigen Radler verschont und sie fuhren praktisch dem Regen immer davon.

Beim letzten Stopp in Riedau gab es wieder heftiges Gewitter – da wir sehr gut in der Zeit lagen konnten wir – gut untergestellt vor einer Metzgerei – das vorüberziehen lassen. Und weiter ging es bei teilweise sogar Sonnenschein zum Kumplgut.

Der Empfang war unglaublich herzlich – mit Polizeieskorte die letzten KM – großem Applaus und Freude – Es hat sich gelohnt –

Es konnten über € 7.400,– erradelt werden. DANKE an alle Sponsoren und das Kumplgut kann es wieder ermöglichen  einigen Familien mit schwer- bis todkranken Kindern ein paar Tage Urlaub von der Krankheit zu bieten.

Freitag, 16.8.: siehe da – es gibt Nachwirkungen

Am 4. Juli – anscheinend konnten wir es nicht erwarten so schnell wie möglich in London zu sein – fotografierte man uns in unserem Opel Vivaro mit 142 kmh (irgendwo in Deutschland) . Also € 30,– kommen noch dazu zu unserer Charity Radtour.

 

„Wir radeln für kranke Kinder“

 

Weitere Links & Einblicke:

paullevittfoundation.com/blog 

www.kumplgut.at